Interview mit Gerhard Kräutler vom Verkehrsverbund Vorarlberg

 

Warum möchten Sie Ihren Passagieren WLAN anbieten?
Die Vorarlberger Landesregierung hat beschlossen, den Fahrgästen des ÖPNV Vorarlberg ein flächendeckendes WLAN in Bus und Zug anzubieten. Dieser Service soll dazu beitragen, dass Fahrgäste während der Fahrt beispielsweise ihre E-Mails checken oder die Nachrichten lesen können. Dadurch wird die Fahrt kurzweiliger, der ÖPNV attraktiver und der Vorteil gegenüber dem Auto wird noch offensichtlicher.

 

Wie ist das Feedback Ihrer Kunden und wie stark wird das WLAN genutzt?
Eine durchgeführte Kundenbefragung hat ergeben, dass die Fahrgäste diesen Service sehr wohl schätzen – insbesondere Pendler, die eine längere Wegstrecke zurücklegen müssen. Ideal wäre, wenn wir diesen Service auch grenzüberschreitend anbieten könnten, da wir auch Linienverkehr in die Schweiz oder nach Liechtenstein durchführen. Dies scheitert allerdings an den hohen Providergebühren in unseren Nachbarländern. Hier steigt die Nutzung des WLAN von Monat zu Monat, und wir werden diesen kostenlosen Service weiterhin bewerben.

 

Was waren die grössten Herausforderungen oder Meilensteine?
Wir haben diesen Auftrag gemäss den Ausschreibungsbestimmungen europaweit ausgeschrieben. WLAN-Partner reichte das beste Angebot ein und so haben wir einen Lieferanten gefunden, der über ein entsprechendes Know-how verfügt und uns bei der Umsetzung bestens unterstützt. Die grosse Herausforderung war, einen Provider zu finden, der uns zu akzeptablen Kosten ein unlimitiertes Datenvolumen zur Verfügung stellt. Auch diese Dienstleistung wurde ausgeschrieben und auch da konnte schliesslich ein guter Preis erzielt werden.

 

Werten Sie die daraus resultierenden Daten aus? Falls ja, wie?
Aktuell werten wir noch keine Daten aus dem System aus.

 

Wie geht es weiter, was sind die nächsten Pläne?
Durch die Umstellung auf eine neue Bordtechnik (Fahrscheindrucker, Fahrscheinautomat) verwenden wir den Router künftig auch als Kommunikationsmittel zur Datenverarbeitung. Somit haben nicht nur unsere Fahrgäste einen Vorteil, sondern auch der VVV, indem der Router zwei Aufgaben übernimmt. Damit können Kosten eingespart werden, und das Fahrgast-WLAN macht sich bezahlt.

 

Herzlichen Dank an Gerhard Kräutler, Leiter Abteilung Technik und Infrastruktur beim VVV.